Was ist eigentlich BizOps?

Neue Begriffe sind Fluch und Segen zugleich. Sie müssen gehört werden, sich also durchsetzen, was in diesen extrem lauten Zeiten ein durchaus ehrgeiziges Unterfangen ist. Gleichzeitig bieten sie aber auch viel Freiheit und Gestaltungsspielraum, weil es noch keine fest gefügten Definitionen gibt. Diese fluide Situation werden wir für unser BizOps-Forum, dessen Gastgeber wir vom 27. bis 28. Mai 2019 sein dürfen, gern ausnutzen. Nicht, weil wir eine Festlegung scheuen, sondern weil wir den teilnehmenden IT- und Business-Entscheidern die ganze Bandbreite präsentieren möchten.

Wie geht eigentlich BizOps?

Wir hatten schon festgestellt, dass BizOps hilft, Geschäftsprozesse und Abläufe zu transformieren (siehe „Was ist eigentlich BizOps?“) und an die Anforderungen digitalisierter Unternehmen anzupassen. Dabei reicht die Arbeit der zentralen BizOps-Teams, die inzwischen in etlichen amerikanischen Tech-Companies etabliert wurden, vom Design von Prozessen und Projekten bis hin zu deren Durchführung. Dazu müssen sie vermessen, analysiert, automatisiert und ganz allgemein optimiert werden.

US-Tech-Unternehmen haben zentrale BizOps-Teams

Theoretisch klingt das ganz einfach, aber das dann praktisch zu realisieren, ist durchaus eine Herausforderung. Das beschreibt übrigens auch der BizOps-Vordenker Dan Yoo in seinen Beiträgen, die er unter anderem auf LinkedIn veröffentlicht hat. Er hat mit BizOps geholfen, die Mitgliederzahl des Profi-Netzwerks um das Fünffache zu steigern. Auch Dropbox, einer der weltweit größten File-Hosting-Anbieter, hat bereits vor einigen Jahren ein BizOps-Team etabliert, das nach Aussagen des Unternehmens einen großen Anteil am rasanten Wachstum der Company hat.

Verantwortung von Design bis Execution

In Organisationen wie LinkedIn oder Dropbox arbeiten zentrale BizOps-Teams quer zu den Businessbereichen. Sie sind direkt am CEO aufgehängt, oft ist der CEO Teil der BizOps-Initiative. Sie nehmen sich nicht nur Prozesse vor, sondern auch Projekte, und realisieren neue Ideen – immer vom Design bis hin zur Ausführung. Diese Komplettverantwortung für einen Prozess oder ein Projekt führt zu einer viel höheren Durchgängigkeit und Transparenz als bei Prozessen, die arbeitsteilig und von verschiedenen Geschäftsbereichen verantwortet werden. Die BizOps-Teams betrachten Prozesse wie von außen, prüfen, ob sie ihren Zweck erfüllen, zerlegen sie in ihre Einzelteile, verschlanken und optimieren sie so, dass sie nachher effektiver ablaufen, einfacher verändert werden können und neue Kundenbedürfnisse schneller bedienen können. Neue Projekte werden quasi auf der grünen Wiese realisiert, zunächst unabhängig von den bestehenden Geschäfts- und Produktbereichen. Dieses Vorgehen erlaubt einen deutlich höheren Freiheitsgrad, weil es keine Rücksichten nehmen muss auf Bestehendes. Jedes Projekt wird im Grunde gehandhabt wie ein Start-up.

BizOps bleibt ein Traum ohne IT

Die BizOps-Teams setzen sich aus teilweise sehr unterschiedlichen Kompetenzen zusammen: Hier werden Betriebswirtschaftler, ITler, Ingenieure, Data Scientists und Domänen-Experten gebraucht, um alle Aspekte der Aufgabe abzudecken. Gemeinsam sollte diesen unterschiedlichen Know-how-Trägern allerdings sein, dass sie bereits einige Erfahrungen in ihren Fachgebieten gesammelt haben und nachgewiesenermaßen über ihre jeweiligen Tellerränder schauen können.

Doch viele Unternehmen werden sich keine zentralen BizOps-Teams leisten können, deren Mitglieder nichts anderes machen, als neue Projekte anzugehen und Prozesse bis in ihre kleinsten Verästelungen zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Doch auch mit dezentralen BizOps-Teams, die diese Aufgabe zusätzlich zu ihrem normalen Job annehmen, oder sogar einzelnen Experten kann viel erreicht werden – wenn sie denn gehört werden und die Unterstützung von Bereichs- und Geschäftsführung erhalten. Da sind einerseits die entsprechende Führung und Autorisierung der Teams nötig, aber auch die richtig ausgerichtete IT-Infrastruktur und die richtigen Werkzeuge.

So wie Lego oder die Transformers

Denn das schönste Prozess- oder Projektdesign ist nur so gut, wie die ihnen unterliegende IT-Infrastruktur, die Applikationen und ganz entscheidend das IT-Management. Und da sind wir beim IT-Part von BizOps. Um die Anforderungen an schnelle Veränderungen, Einbeziehung sich verändernder Kundenbedürfnisse, Produktions- und Logistikbedingungen erfüllen zu können, ohne dass die Kosten explosionsartig ansteigen, wird eine granulare, weitgehend entkoppelte IT benötigt, die je nach Aufgabe immer wieder anders zusammengesetzt werden kann. Wenn Sie jetzt daran denken, welche unterschiedlichsten „Bauwerke“ Sie in Kindertagen mit Ihrem Legokasten realisiert haben, dann geht das schon in Richtung einer BizOps unterstützenden IT. Doch damit das mit der BizOps IT auch wirklich funktioniert, braucht es eher so etwas wie die „Transformers“. Sie erinnern sich: der Film über die außerirdischen Roboter, die sich in Autos verwandeln können und wieder zurück, je nachdem, was gerade gefordert ist.

Auf dem BizOps-Forum am 27. und 28. Mai 2019 in München werden wir Ihnen sicher keine Transformers präsentieren können, aber doch viele BizOps reife IT-Methoden und Werkzeuge.

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