Das „Was hat es gebracht?“-Prinzip

Es ist Zeit zu fragen, ob die Business-Disziplin BizOps und das Management und der Betrieb von IT-Systemen so viel miteinander zu tun haben, dass ein IT-Beratungshaus wie amasol als Veranstalter des BizOps-Forum ernst genommen werden kann

Zum einen ist BizOps in digital ausgerichteten Unternehmen eine Aufgabe, die ohne die Bereitstellung und Analyse enormer Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen nicht mehr bewältigbar wäre. Zum anderen gibt es kaum noch Prozesse in Unternehmen, die nicht IT-gestützt sind. Die meisten davon sind zumindest teilautomatisiert. Der Betrieb von Unternehmen – gleich welcher Art – ist absolut abhängig vom Funktionieren und der Verfügbarkeit von IT-Systemen.

Wie kommt die IT auf Augenhöhe?

Natürlich ist das eine Binsenweisheit: Das weiß angeblich jeder, auch auf der Business-Seite. Komisch ist nur, dass es dann so wenig Wissen über das Thema IT-Management gibt und dass die Disziplin immer noch darum kämpfen muss, vom Business anerkannt zu werden. In einem aktuellen Beitrag zum Thema IT-Business-Management schreiben die Unternehmensberater von Deloitte bezeichnenderweise: „In vielen Unternehmen kämpft die IT nach wie vor mit einer existenziellen Frage: Wie kann sie sich vom reaktiven Befehlsempfänger zum strategischen Partner der Businessseite entwickeln? Wie kommt man von einer traditionellen Auslieferung von IT-Produkten und -Services zu Beiträgen, die den Business-Wert erhöhen? Eine Rolle, die helfen würde, die IT-Aktivitäten und -Ausgaben mit den Prioritäten des Gesamtunternehmens zu verbinden.“

Um eine solche Partnerschaft auf Augenhöhe zu erreichen, kann IT-Management oder IT-Service-Management nicht mehrheitlich als wichtigste Priorität ausgeben, die IT-Prozesse optimieren (IDG-Studie) zu wollen. Das wäre ungefähr so, als wenn die Businessseite sich an der Qualität der Vertriebsprozesse messen würde und nicht am Umsatz oder Gewinn des Unternehmens.

Outcome statt Output

Die DevOps-Praktiker versuchen der IT schon länger beizubringen, nicht mehr Output-orientiert zu agieren, sondern Outcome-orientiert. Der Unterschied? Output-orientiert bedeutet, dass die IT daran gemessen wird, ob sie die geplanten Projektschritte zeit- und budgetgetreu liefert. Outcome-orientiert folgt dagegen dem „Was hat es gebracht?“-Prinzip (WHEG-Prinzip). In einem Vortrag brachte es ein Enterprise-Architekt kürzlich auf den Punkt: „Wir haben kein Problem mit roten Projekten, wir haben ein Problem mit grünen Projekten, die nichts bringen.“ Mit „roten“ Projekten sind natürlich die gemeint, die aus dem Zeit- und Geld-Budget laufen. Bei „grünen“ Projekten ist dagegen vom Output her betrachtet alles in Ordnung, aber eben nicht, wenn man das WHEG-Prinzip als Messlatte anlegt.

Business-KPIs auch für die IT

Diese Art zu messen muss auch dem Anspruch der Self-Driving-IT zugrunde liegen, damit sie mit den „Gewerken“ Technology Business Management, IT-Operations Analytics, IT Infrastructure Management und Application Performance Management nicht nur eine effiziente IT zur Verfügung stellen kann, sondern eine effektive, flexible IT, deren Wert sich am Grad der Business-Unterstützung misst.

Diese neue Orientierung am Outcome muss sich beispielsweise direkt in den Key-Performance-Indikatoren (KPI) niederschlagen. Wer dem Vertriebschef berichtet, wie viel Millisekunden es heute schneller geht, einen Service aufzurufen oder eine bestimmte Menge an Daten zu speichern als vor einem halben Jahr, erntet günstigstenfalls ein müdes Gähnen. Schlimmstenfalls redet der Vertriebschef direkt im Anschluss mit einem Cloud-Provider, der Sales-Automation-Werkzeuge anbietet, von denen er sich eine direkte Business-Unterstützung verspricht. Wer hingegen berichtet, wie viel mehr Kunden ein Account-Manager innerhalb einer Stunde mehr bedienen kann als beim letzten Berichtstermin, gewinnt die Aufmerksamkeit des Vertriebsverantwortlichen. Das gilt natürlich auch für die anderen IT-Management-Gewerke. Nur wenn die IT-KPI Business-Werte widerspiegeln, wird die IT als das anerkannt, was sie ist: ein wesentliches Business-Tool und damit eines der wichtigsten BizOps-Elemente. Deshalb braucht amasol als Ausrichter des BizOps-Forums keinerlei Bedenken zu haben, der richtige Veranstalter für solch ein Event zu sein. Im Gegenteil: BizOps und IT lassen sich in der digitalen Welt nicht mehr getrennt voneinander buchstabieren.

About the Author: Christoph Witte

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